Mittwoch, 23. September 2009

11. September, Bloomberg und Tomte

Dass ich mich hier nun schon ziemlich gut eingelebt habe und mein hiesiges Leben schon als "Alltagsstress" bezeichnen kann, lässt sich anhand der geringer werdenden Frequenz meiner Blogeinträge sehen. Kurz gesagt: Leute, es tut mir leid, dass ich mich so selten melde. Ich gelobe Besserung!
Ein erwähnenswertes Ereignis der letzten Wochen ist der 8. Jahrestag der Anschläge vom 11. September. Ihr konntet die (sagen wir mal eher popligen) Feierlichkeiten dazu sicherlich auch im Fernsehen verfolgen. Ich hatte generell den Eindruck, dass der Patriotismus (im Vergleich zu meinem Aufenthalt hier vor 7 Jahren) doch stark abgeebbt ist. Aber an diesem Tag in New York City zu sein, hat mir doch etwas Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Ich bin mit meinen Mädels zu einer "Memorial Mass" auf dem Campus gegangen und danach nach Manhattan zum gepflegten Philosophieren über die Geschehnisse bei einem gut gekühlten Getränk (Bier;) gefahren.
Wenn wir schon bei Thema Politik sind: Ich war letzte Woche auf der Primary Night von Bloomberg. Das sind sozusagen die Vorwahlen zu den Bürgermeisterwahlen in New York. Klingt unspektakulär, ist aber eine große Sache hier. Vor allem deshalb, weil Mr. Bloomberg schon 2 Amtszeiten regiert hat und nun einfach mal die Verfassung veräppeln will, um noch eine dritte Amtsperiode im schönen New York verbringen zu können. Aber er ist auch einfach so toll! Dynamisch, toller Musikgeschmack (J.Lo und 50 Cent - damit kriegt er sowie die Latinos als auch die Afro-Amerikaner auf seine Seite) und der Mann arbeitet für nur einen ganzen Dollar im Jahr, was er auch immer gern wieder in seinen Reden betont. Aber keine Angst, der Mann verhungert schon nicht, er ist einer der reichsten Menschen in den USA. Und zu seiner Primary Night gab es eine große Party mit Musik, Tanz und "Open Bar". Das mag etwas wie Wählerkauf klingen, ist aber ein tolles Konzept für kleine deutsche Politikstudentinnen wie mich, die nur mal kurz in die Amerikanische Politik schnuppern wollen. In Deutschland werden mir jedenfalls nur langweilige Fernsehdebatten und verspätete Briefwahlunterlagen geboten...
Ein weiteres Highlight meiner Woche: TOMTE (für die etwas älteren Leser: das ist eine Musikkapelle) in der Musikhall of Williamsburg, das liegt im hippen Stadtteil Brooklyn. Hier haben sie als Vorband für eine amerikanische Gruppe gespielt, die ich nicht kannte. Aber das war mir auch egal, denn ich hatte Tomte quasi für mich allein. Und nach dem Konzert stand Thees Uhlmann ganz allein an der Bar und ich konnte mir die Chance nicht entgehen lassen ihn anzusprechen, auch wenn mir sowas immer peinlich ist. Thees ist aber ein sehr netter Zeitgenosse und hat mir erstmal ein gut gekühltes Getränk (Bier;) ausgegeben!
Gestern war ich bei einem "Fulbright Welcome Social" in einer schicki-micki Bar in Manhattan. Hier habe ich viele Artgenossen (viel zu viele Deutsche), aber auch ehemalige Fulbrighter getroffen. u.A. einen UN-Diplomaten aus Singapur, der mir angeboten hat die UN zu zeigen, und zwar die Orte, die der Otto Normalturist nie zu Gesicht bekommt.
Neben diesen zugegebenermaßen leicht angeberisch klingenden Ereignissen unternehme ich aber auch Dinge, die man als Student halt so macht: Ich gehe in die Uni, arbeite viel, treffe mich mit Freunden (ich habe hier erfolgreich das "Kaffee und Kuchen-Konzept" eingeführt), gehe auf Einweihungspartys und mache DVD-Abende mit meinen Mitbewohnerinnen.




Rebecca und Daniel




Emily



Einweihungsparty in der East Village



Mayor Bloomberg höchstpersönlich



Die zukünftige Starjournalistin Reney






Die Leute vom Uniradio



Tomte on stage



hach, wie schöööön



Ausblick aus dem Büro des DAAD, der unserem Institut freundlicherweise 10 Boxen voll mit deutschen Büchern spendiert hat, die ich von Südmanhattan per Taxi in die Bronx transportiert habe



Washington Square Garden (jeder hier sieht so aus wie ein versteckter celebrity)








Blick aus dem obersten Stock des "Museum of Contemporary Art"

1 Kommentar:

  1. Sehr schön. Ich wollte schon anrufen und fragen ob du aus dem Büro noch raus kommst. Aber da hast du ja eine Menge schöner Sachen erlebt.

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