Sonntag, 16. August 2009

Fordham University und Little Italy

Nachdem mein Flieger 3 Stunden in Dallas auf dem Rollfeld stand da er auf ein Signal zum Abflug gewartet hat und ich kurz nach Abheben des Flugzeugs in einen komatösen Schlaf verfiel, landete ich Abends um 11 in La Guardia (Der Flughafen ist benannt nach dem beliebten New Yorker Bürgermeister Fiorello Enrico LaGuardia, der von 1934 bis 1945 die New Yorker Stadtverwaltung auf Trab brachte). Hier herrschte totales Chaos, da viele Flüge verspätet angekommen oder gar nicht abgeflogen sind. An der Gepäckausgabe lagen Koffer überall auf dem Boden und man musste sich schupsen und drängen um überhaupt einen Platz am Gepäckband zu bekommen. Ich hatte innerlich all meinen niedlichen Oberteilen und Kleidchen schon auf Wiedersehen gesagt, als mir dann doch nach einer Stunde warten meine 2 Koffer freudestrahlend entgegen kamen... Das nächste Problem bestand darin, dass der Taxifahrer den Weg nicht wusste. Ich musste ihm anhand eines Mini-GPS hinten im Taxi den Weg zur Arthur Avenue dirigieren. Da Kartenlesen nicht zu meinen Stärken zählt, dauerte es auch wieder eine gewisse Zeit, bis ich dann endlich irgendwann Mitten in der Nacht vor Arthur B stand, meinem zukünftigen Zuhause. Hier erwarteten mich meine Betreuerin Susanne und 3 junge kräftige Männer aus dem Studentenwohnheim, die mir meine Koffer freundlicherweise die 3 Stockwerke hochtrugen.
Der erste Tag in der Bronx war super. Erstmal brauchte ich einen starken Kaffee, da die Nacht mit Schlafsack und Klimaanlage auf 10 Grad nicht wirklich erholsam war. Also lief ich meine Straße entlang und fand doch prompt ein niedliches Café, in dem es allerlei Köstlichkeiten und sogar dunkles Brot gab. Die Gegend in der ich wohne nennt sich "Little Italy" und ist das einzig wahre "Little Italy", das in Manhattan ist nur schlechte Nachmache;) Hier wurde unter anderem auch Robert De Niro's "A Bronx Tale" gedreht, welcher mit während meines Englisch Studiums schon das ein oder andere Mal begegnet ist.
Nur 5 Gehminuten von meinem Apartment befindet sich die Fordham University, eine jesuitische Hochschule die 1841 gegründet wurde (Denzel Washington und Mary Higgins Clark haben hier studiert). Der Campus ist riesig und überall gibt es Grünflächen, Bäume und kleine gemütliche Sitzecken (es gibt noch einen zweiten Campus direkt in Manhattan am Lincoln Center, aber dort war ich bis jetzt noch nicht). Die meisten der Häuser sind alt und sehen sehr Ehrfurcht erregend aus. Nur das Institut of Modern Languages, in dem ich arbeiten werde, ist ein Neubau und erinnert mich etwas an Haus 14 in Golm. Also werd ich mich hier bestimmt wohl fühlen;)
Als Erstes musste ich erstmal viele Behördengänge machen, mich einschreiben und einen Studentenausweis beantragen. Viele konnten nicht so richtig etwas mit mir anfangen, da ich erst der 2. Fulbright Teaching Assistant hier bin. Daher war ich immer "the new Timo" (Timo=mein Vorgänger). Auch wenn mein Status Verwirrung stiftete, die Leute in den Büros waren alle super freundlich und hilfsbereit - nicht so wie die Sesselfurzer in Potsdam...
Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mein Zimmer etwas wohnlicher zu gestalten. Da es hier in der Nähe nur kleinere Geschäfte gibt, bin ich mit dem Bus zu Target gefahren. Nach ein paar Blocks veränderte sich das Stadtbild und ich fühlte mich dann doch tatsächlich wie in der Bronx... auch war ich auf einmal das einzige blonde (und weiße) Mädel im Bus. Ich wurde nicht komisch angestarrt oder angemacht, anscheinend fiel nur mir selbst diese Tatsache auf. Dennoch sollte man hier einige Sicherheitsregeln beachten (Nachts nicht allein und betrunken durch die Straßen laufen, nicht auf Zurufe reagieren etc.pp., aber das ist ja in Neukölln auch nicht viel anders).





Zimmer vorher





Zimmer nachher



Esszimmer



Küche



Room with a view



Apartment von Außen



Arthur Avenue



Institute of Modern Languages



Hier speist die Elite (u.a. ich;)



Keating Hall (Beliebte Filmkulisse)



Campus

1 Kommentar:

  1. Hey liebes Evchen...ich hab alles bisher fein gelesen und freu mich, dass du vor lauter Trubel gar nicht viel zum 'Heimweh-haben' kommst :) Ich drück dich ganz fest!

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